Papst Leo XIV. hat soeben eine Enzyklika mit dem Titel „Magnificat Humanitate“ veröffentlicht, in der er seine Sicht auf die heutige Welt darlegt, dabei aber grundlegende Fragen, die unsere Gesellschaften beschäftigen, wieder in den Mittelpunkt rückt.
Er behandelt darin Krieg und Frieden, den wissenschaftlichen Fortschritt, künstliche Intelligenz und die ethischen Fragen, die sich daraus für uns ergeben.
Doch die Mahnung: „Die Menschenwürde ist universell“ findet starken Widerhall in der aktuellen Lage, die von Diktatoren und Autokraten geprägt ist, sowie in den andauernden Konflikten, in denen der Wert des menschlichen Lebens keine Rolle zu spielen scheint.
Angesichts der kulturellen Herausforderung, die Trump-Anhänger, Extremisten und ihre Gegner an sie richten, sollten die Europäer darin Gründe finden, ihr Modell zu stärken.
Die Verträge, die sie verbinden – sei es die Allgemeine oder die Europäische Menschenrechtskonvention, der Vertrag über die Europäische Union –, erinnern alle an die Werte, auf denen sie beruhen, nämlich die zentrale Stellung des Menschen.
Menschen sind keine Ware, keine Ansammlung von Daten, geschweige denn ein statistisches Element oder eine Anpassungsvariable für angeblich kollektive öffentliche Politik. Sie müssen vor Übergriffen, Diskriminierung und Einschränkungen ihrer Freiheit geschützt werden.
Die Achtung dieses Grundsatzes entscheidet darüber, ob Regierungen, die zunehmend versucht sind, die unantastbare Einzigartigkeit jedes Menschen in der Masse untergehen zu lassen, demokratisch sind oder nicht.
Es ist wirklich zu begrüßen, dass dies der Welt vor Augen geführt wird; damit werden auch die Europäer aufgerüttelt. Sie müssen sich nämlich gegen mächtige Feinde wehren, die glauben machen wollen, dass sie mit ihren Regeln und Normen im Niedergang begriffen sind, während sie der Gewalt und Brutalität zerstörerischer Mächte nach wie vor weit voraus sind.
Der Stolz, den sie darauf empfinden können, wird nur noch von der an sie gerichteten Forderung übertroffen, ihn stets weiter zu verbessern.